Mifflin-St Jeor

Wie genau ist die Mifflin-St Jeor-Formel?

Die Mifflin-St Jeor-Formel ist die genaueste der gängigen Grundumsatz-Formeln — eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2005 stellte fest, dass sie bei mehr Menschen als jede andere Standardformel innerhalb von 10% des gemessenen Grundumsatzes lag. Sie bleibt dennoch eine Schätzung und kann bei einzelnen Personen um mehr als 10% abweichen — behandle die Zahl daher als gut fundierten Ausgangspunkt.

Von Ash ·

Wie genau ist sie wirklich?

In der systematischen Übersichtsarbeit von 2005, die die Mifflin-St Jeor-Formel zum Standard machte, verglichen Frankenfield und Kollegen die vier gängigsten Grundumsatz-Formeln — Mifflin-St Jeor, Harris-Benedict, Owen und WHO/FAO/UNU — mit Werten, die direkt per indirekter Kalorimetrie gemessen wurden. Die Mifflin-St Jeor-Formel erwies sich als die verlässlichste: Sie sagte den gemessenen Grundumsatz bei mehr Menschen — sowohl nicht-adipösen als auch adipösen — innerhalb von 10% korrekt voraus als jede andere Formel, und sie hatte die engste Fehlerspanne. Deshalb empfiehlt die Academy of Nutrition and Dietetics sie. Die Autoren der Übersichtsarbeit stellten zugleich klar, dass bei der Anwendung auf einzelne Personen weiterhin nennenswerte Abweichungen bestehen bleiben — die beste der Gruppe zu sein ist nicht dasselbe wie exakt zu sein.

Wie wurde ihre Genauigkeit gemessen?

Genauigkeit bedeutet hier Übereinstimmung mit der indirekten Kalorimetrie — dabei wird der Sauerstoff gemessen, den eine Person tatsächlich in Ruhe verbraucht, um ihren tatsächlichen Grundumsatz zu ermitteln, der anschließend mit der Vorhersage der Formel verglichen wird. Die Mifflin-St Jeor-Formel selbst wurde auf diese Weise entwickelt: Ihre Studie von 1990 leitete die Formel aus Messungen der indirekten Kalorimetrie an 498 gesunden Erwachsenen ab. Eine Formel gilt als „genau“, wenn ihre Vorhersage innerhalb von etwa 10% dieses gemessenen Werts liegt.

Wann ist sie am wenigsten genau?

Die Formel berücksichtigt nur Gewicht, Größe, Alter und Geschlecht — nicht die Körperzusammensetzung — und ist deshalb bei Menschen am wenigsten zuverlässig, deren Verhältnis von Muskel- zu Fettmasse für ihr Gewicht untypisch ist. Bei einer sehr muskulösen Person, die mehr kalorienhungriges fettfreies Gewebe trägt, als die Formel annimmt, kann der Grundumsatz unterschätzt werden; bei einer Person mit viel Körperfett beim gleichen Gewicht kann er überschätzt werden. Auch für ältere Erwachsene und für Bevölkerungsgruppen, die sich stark von der ursprünglichen Stichprobe unterscheiden, ist sie weniger gut validiert. Das ist eine reale Einschränkung jeder gewichtsbasierten Formel und der ehrliche Grund, die Zahl als Schätzung und nicht als Messung zu behandeln. (Es gibt Formeln, die auf der Körperzusammensetzung basieren, doch sie benötigen einen genauen Körperfettanteil, den die meisten Menschen nicht kennen — was seinerseits eine Fehlerquelle mit sich bringt.)

Wer waren die Studienteilnehmer?

Die Formel wurde aus Messungen an 498 gesunden Erwachsenen abgeleitet — 251 Männern und 247 Frauen im Alter von 19 bis 78 Jahren, von Normalgewicht bis Adipositas —, erhoben an der University of Nevada School of Medicine. Genau diese breite, moderne Stichprobe ist der Grund, warum sie besser abschneidet als die Harris-Benedict-Formel von 1919, die auf einer kleineren, schlankeren Gruppe vom Beginn des 20. Jahrhunderts beruhte. Dennoch erklärte das Modell etwa 71% der Unterschiede im Grundumsatz zwischen Menschen — das bedeutet, dass rund ein Drittel der Unterschiede auf Faktoren zurückgeht, die Gewicht, Größe, Alter und Geschlecht nicht erfassen.

Solltest du der Zahl vertrauen?

Vertraue ihr als gut fundiertem Ausgangspunkt, nicht als exaktem Zielwert. Der verlässlichste Wert ist immer dein eigenes Ergebnis aus der Praxis: Lege deine Kalorienzufuhr anhand der Schätzung der Formel fest, beobachte dann zwei bis drei Wochen lang dein Gewicht und passe sie an. Wie weit zwei anerkannte Formeln bei derselben Person auseinanderliegen können, zeigt unsere Studie mit 840 Profilen, oder du berechnest deinen eigenen Wert mit dem Mifflin-St Jeor-Rechner.

Häufige Fragen

Wie genau ist die Mifflin-St Jeor-Formel?

Sie ist die genaueste der gängigen Grundumsatz-Formeln. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2005 stellte fest, dass sie den gemessenen Grundumsatz bei mehr Menschen — sowohl nicht-adipösen als auch adipösen — innerhalb von 10% korrekt vorhersagte als jede andere Standardformel. Sie bleibt eine Schätzung und kann bei einzelnen Personen um mehr als 10% abweichen.

Wann ist die Mifflin-St Jeor-Formel am wenigsten genau?

Sie ist am wenigsten zuverlässig bei Menschen, deren Körperzusammensetzung für ihr Gewicht untypisch ist — sehr muskulöse oder sehr schlanke Menschen —, weil sie nur Gewicht, Größe, Alter und Geschlecht berücksichtigt, nicht den Körperfettanteil. Sie ist außerdem für ältere Erwachsene und für Bevölkerungsgruppen, die stark von ihrer Studienpopulation aus dem Jahr 1990 abweichen, weniger gut validiert.

Ist die Mifflin-St Jeor-Formel zum Abnehmen genau?

Sie ist ein solider Ausgangspunkt. Nutze ihre Schätzung, um ein erstes Kalorienziel festzulegen, und passe es dann anhand von zwei bis drei Wochen realer Ergebnisse an — deine tatsächliche Veränderungsrate ist ein verlässlicherer Anhaltspunkt als jede Formel.